Brüssel hat das Problem benannt. Wir bauen die Infrastruktur, die es löst.
Eine neue EU-Studie zur Auffindbarkeit vielfältiger europäischer Kulturinhalte beschreibt das Problemfeld in seltener Klarheit. Genau für dieses Feld haben wir CIXTRA gebaut.
Anfang März 2026 hat die Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission eine Studie veröffentlicht. Sie hat bisher wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Für alle, die mit Kulturdaten arbeiten, ist sie das wichtigste Dokument dieses Jahres. Sie trägt den Titel "Studie zur Auffindbarkeit vielfältiger europäischer Kulturinhalte im digitalen Umfeld" und ist das Ergebnis eines Konsortiums aus Panteia, KEA European Affairs, dem SMIT der VUB Brüssel, der DELab Warschau, der Erasmus-Universität Rotterdam und IDEA Consult.
Die zentrale These braucht zwei Sätze:
"Verfügbarkeit allein reicht nicht mehr aus: Die Auffindbarkeit ist zur nächsten entscheidenden Herausforderung geworden. Sichtbarkeit und Förderung, nicht mehr Verfügbarkeit, prägen heute kulturelle Nachhaltigkeit und Pluralismus."
Das ist ungewöhnlich klare Sprache für ein offizielles EU-Dokument. Es ist auch genau die Diagnose, mit der wir SUPERFREY gegründet haben, und der Grund, warum es CIXTRA überhaupt gibt.
Was die Studie diagnostiziert
Die Studie untersucht in der Tiefe Musik und Buch, ergänzend bildende Kunst, darstellende Kunst und Kulturerbe. Was in allen untersuchten Sektoren wiederkehrt, sind dieselben strukturellen Probleme.
Sprachliche Silos halten Werke in den Mehrheitssprachen gefangen. Algorithmische Empfehlungssysteme verstärken, was bereits populär ist, und drücken Nischen weiter an den Rand. Metadaten sind lückenhaft und uneinheitlich, sodass selbst Werke, die online verfügbar wären, schwer auffindbar bleiben. Daten zwischen Plattformen, Institutionen und Aufsichtsbehörden sind kaum miteinander verbunden. Generative KI flutet die Plattformen mit synthetischen Inhalten, die echte Werke verdrängen. Kleinere und unabhängige Akteure verfügen weder über die digitalen Kompetenzen noch über die Ressourcen, um in dieser Umgebung zu konkurrieren.
Die eigentliche These ist härter, als die Studie sie formuliert: europäische Kultur wird algorithmisch unsichtbar gemacht, obwohl sie formal digital verfügbar ist.
Das Ergebnis ist eine Aufmerksamkeitsökonomie, in der Verfügbarkeit zur Massenware geworden ist und Auffindbarkeit das eigentliche Knappheitsgut.
Sechs Empfehlungen, ein roter Faden
Die Studie schließt mit sechs strategischen Handlungsfeldern. Eines davon lässt sich kaum übersehen, wenn man Kulturdateninfrastruktur baut: die "Verbesserung der Datenzusammenarbeit und des Wissens für eine bessere Auffindbarkeit". Genannt werden konkret der Aufbau eines künftigen EU-Kulturdatenhubs, einheitliche Definitionen für "europäische Werke", verbesserte Metadatenstandards und regelmäßige Datenerhebungen zum Kulturkonsum.
Fünf weitere Empfehlungen flankieren das: bessere Zusammenarbeit und Governance, der Aufbau digitaler Kompetenzen bei kleineren Akteuren, publikumsorientierte Maßnahmen, beschleunigte Forschung an fairen Empfehlungssystemen sowie eine gezielte Stärkung des europäischen Inhaltsangebots inklusive algorithmischer Transparenz.
Der rote Faden ist deutlich. Europäische Kulturpolitik kann ohne eine geteilte, rechtebewusste, mehrsprachige Dateninfrastruktur ihre eigenen Ziele nicht erreichen. Vielfalt, Inklusion, regionale Förderung, Sichtbarkeit jenseits der Hotspots: all das bleibt eine Programmsache, solange die Daten darunter fehlen.
Wo CIXTRA ansetzt
Eine Einordnung vorab: Die Studie bestätigt natürlich nicht CIXTRA als einzelnes Produkt; kein offizielles EU-Dokument würde das tun. Sie bestätigt aber sehr klar das Problemfeld, das wir mit CIXTRA adressieren, in einer Sprache, die unserer eigenen Formulierung verblüffend nahekommt.
Genau an dieser Stelle setzt CIXTRA an: fragmentierte Kultur-, Freizeit- und Erlebnisinformationen werden in eine strukturierte, quellenverknüpfte und rechtebewusste Datenbasis überführt. Stabile Identitäten je Werk, Veranstaltungsort, Akteur und Veranstaltung. Semantische Verknüpfung statt nebeneinander stehender Silos. Mehrsprachige Aufbereitung von Beginn an. Lizenzen und Quellen, die durchlaufen statt verloren gehen. Ein Konfidenzmaß, das misst, wie belastbar ein Datensatz ist.
Konkret heißt das: dieselbe Spielstätte existiert in fünfzehn Schreibweisen über alle Quellen verteilt. Eine Festivalbeschreibung verliert ihre Lizenzkennzeichnung beim ersten Plattformwechsel. Ein regionales Kulturangebot ist in Suchergebnissen praktisch unsichtbar, sobald jemand auf Englisch sucht. Diese Brüche schließt CIXTRA in der Datenebene, bevor irgendein Frontend darauf gebaut wird.
Auf dieser Grundlage entstehen die Ausspielwege, die Institutionen, Medien und Plattformen brauchen: APIs, Widgets, Feeds, Signage, Analytics. Und ein LeisureIndex, der erstmals quantifiziert, wie dicht und vielfältig kulturelles Angebot in einer Region tatsächlich ist.
Die Lücke zwischen Vorhaben und Produkt
Die Studie beschreibt klar, was Europa braucht: geteilte Daten, einheitliche Standards, gestärkte Auffindbarkeit. Sie beschreibt es als politisches Vorhaben. SUPERFREY existiert, weil zwischen einem solchen Vorhaben und einer laufenden Dateninfrastruktur eine Lücke liegt, die bislang kaum produktionsreif geschlossen wird. Die Kommission entwickelt Rahmenwerke, keine Produkte. Die globalen KI-Plattformen haben kein Interesse an europäischer Vielfalt. Die einzelnen Institutionen haben weder das Mandat noch die technische Tiefe, eine Infrastruktur dieser Art selbst zu errichten.
Also bauen wir sie. Sie läuft heute.
Wo wir andocken
Wer in einer Institution, einer DMO, einem Medienhaus oder einer Förderorganisation sitzt, der die EU-Studie gerade auf den Tisch gelegt wurde: wir liefern nicht das politische Rahmenwerk, das daraus entstehen muss. Wir liefern die Infrastruktur, auf der es laufen kann. Wenn das gerade relevant ist, schreibt uns.
Arthur Pichl, Co-Founder, SUPERFREY FlexCo. Wien, Mai 2026.
Die zitierte Studie: "Studie zur Auffindbarkeit vielfältiger europäischer Kulturinhalte im digitalen Umfeld", Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur, März 2026. Zur Studie auf op.europa.eu.